Was ist TBT?
Die Trauma Buster Technique (TBT) ist eine Methode, die Klopfakupressur mit Elementen aus dem NLP (Neurolinguistisches Programmieren) verbindet. Sie nutzt die Fähigkeit unseres Gehirns zur Veränderung (Neuroplastizität), also die Möglichkeit, neue Verbindungen zu schaffen und gespeicherte Erfahrungen neu zu verarbeiten.
Ein Schocktrauma lässt sich mit einem „Blindgänger“ vergleichen – einer Bombe, die im Verborgenen liegt und jederzeit reagieren kann. Mit TBT wird dieser „Zündmechanismus“ gezielt entschärft.
Im Prozess wird eine prägende Erfahrung in einem klar strukturierten Ablauf bearbeitet. Dabei wird der Punkt der höchsten Belastung identifiziert und auf der Wahrnehmungsebene (z. B. visuell oder auditiv) verändert.
Durch das wiederholte, kurze Hinwenden zur ursprünglichen Erfahrung kann sich das innere Erleben Schritt für Schritt verändern. Die Erinnerung bleibt bestehen, wird jedoch zunehmend als vergangen und abgeschlossen wahrgenommen und verliert ihren Einfluss auf die Gegenwart und ihre Intensität.
Die Methode wurde von Rehana Webster, BSc., entwickelt, die über viele Jahre Erfahrung in der Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen gesammelt hat, traumatisierten Erwachsenen und Kindern, Haftinsassen, Flüchtlingen und Soldaten.
"Wir können zwar nicht die tatsächliche Erfahrung von etwas, das in der Vergangenheit geschehen ist, verändern. Mit TBT sind wir jedoch in der Lage, das innere Erleben dieser Erfahrung dauerhaft zu verändern. Die Wirkung der Trauma Buster Technique ist tiefgreifend." ~ Rehana Webster, BSc.
Was macht TBT besonders?
TBT wird in der Regel als sanfte Methode erlebt. Die Arbeit erfolgt mit innerem Abstand, sodass belastende Gefühle nicht intensiv durchlebt werden müssen.
TBT ist ein relativ schneller Prozess. Die meisten Schocktraumata lassen sich im Rahmen einer Sitzung lösen. Die erleichternde Wirkung von TBT ist sofort spürbar.
Ein zentraler Aspekt der Methode ist die gleichzeitige Aktivierung beider Gehirnhemisphären, wodurch das Nervensystem entlastet und eine natürliche Verarbeitung unterstützt wird. Die emotionale Intensität einer Erinnerung kann sich dadurch deutlich reduzieren oder vollständig auflösen.
Ziel der TBT ist nicht das erneute Durchleben eines Traumas, sondern die sanfte Entkopplung der emotionalen Ladung vom Ereignis. Dadurch entsteht oft ein Gefühl von innerer Ruhe, Distanz und Stabilität im Umgang mit früher belastenden Erfahrungen.
TBT kann bei Erinnerungen angewendet werden, die einen klaren Schreck- oder Schockmoment enthalten. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange das Ereignis zurückliegt – entscheidend ist, dass eine bewusste Erinnerung daran vorhanden ist.
Nach den Bomben: TBT im Einsatz im Libanon
Sehen Sie in diesem Film des Schweizer Filmemachers Robert Albert Ernest, wie Rehana Webster syrischen Flüchtlingen im Libanon dabei hilft, ihren posttraumatischen Stress zu lösen. Alle Teilnehmer/innen in diesem Workshop waren in Gefangenschaft und einige von ihnen sind Folteropfer. Der Film enthält keine zu expliziten Inhalte.
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